Ein Key Visual für das Fairphone — das modulare, fair produzierte Smartphone. Aufgabe war es, die Werte der Marke in einem einzigen starken 3D-Bild zu verdichten: Modularität, Reparierbarkeit, faire Materialien und Kreislaufwirtschaft. Entstanden im Wintersemester 2020/21, dokumentiert dieses Projekt vor allem den Weg dorthin — vier Ideen, bis das richtige Bild gefunden war.
Das Fairphone steht für mehr als Technik: langlebiges Design, einfache Reparatur, wiederverwendbare Ersatzteile, recycelte und faire Materialien, gute Arbeitsbedingungen und Sorge um Klima und Ökosystem. Aus diesen Merkmalen sammelte ich per Brainstorming die zentralen Begriffe — Modularität, Recycling, Kreislauf, Wiederverwendung — als Fundament für jede Bildidee.
Die ersten Ideen entstanden auf Papier. Idee 1 dachte das Fairphone und die Natur aus Lego-Bausteinen — modular, austauschbar, umweltfreundlich. Idee 2, das klassische Key Visual mit zentralem Element, war zu klischeehaft. Idee 3 wurde zur Produktionslinie: Kleine Puzzle-Teile, aus recyceltem Müll hergestellt, werden auf einem Fließband zum Fairphone zusammengesetzt — Maschinen, Hände und Natur in einer Szene.
Die Produktionslinie wurde in Blender gebaut: Fließbänder, Müll, Bäume als Spielzeug, Teile des Fairphones, eine weiche Natur-Farbpalette. Doch genau das war das Problem — die Renderings wirkten zu weich, zu sehr nach Spielzeug. Sie ließen das Fairphone wie ein Spielzeug-Handy erscheinen, nicht wie ein modernes Gerät der Zukunft. Also verwarf ich die Richtung bewusst und suchte nach etwas Neuem und Eigenem.
Idee 4 hielt an Modularität und Umweltfreundlichkeit fest, erhöhte aber die metallische, moderne Wirkung. Das Handy bleibt in klarer Grundform im Zentrum, damit der Blick sofort beim Hauptelement landet. Drumherum entsteht die Natur — Bäume, Erde, Berge — aus tausenden kleinen Cubes und Partikeln. Technisch: gebrochene Mesh-Strukturen über Array- und Boolean-Modifier, ein Particle-System für den Flugeffekt der Würfel, und über Force Field und Collision eine eigene Gravitation, die das Handy schweben lässt.
Aus drei Perspektiven gerendert, zeigen die finalen Key Visuals das Fairphone inmitten seiner Cube-Welt: würfelige Bäume, eine zerfallende Erdkugel, schwebende Berge und ein Schmetterling — alles in einer kühlen, modernen Cyan-Palette. Die Symbolik bleibt klar lesbar: ein Gerät, das aus modularen Teilen besteht und mit der Natur statt gegen sie gedacht ist.
Fairphone Key Visual ist für mich vor allem eine Lektion im Prozess: vier Ideen, mehrere verworfene 3D-Versuche und der Mut, eine zu weiche Richtung loszulassen, bis ein Bild entstand, das modern, eigenständig und inhaltlich stimmig ist — und die Werte der Marke ohne ein einziges Wort erzählt.