/ CASE STUDY — 0505 / 15

Facade — みせかけ — Title-Design für einen Kurzfilm

Kunde
Hochschulprojekt — TH Nürnberg Georg Simon Ohm (2. Semester)
Jahr
2020
Rolle
Story, Konzept, Regie, 2D- & 3D-Animation
Tags
Title Design, Animation, 2D & 3D, Storytelling
0:38
Laufzeit
0D + 3D
Animation
0
Hochschulen
0
Originalgeschichte
/ 01INTRO

Ein Vorspann über das Tragen von Masken

Facade — みせかけ („Misekake“, der schöne Schein) ist ein Title-Design-Kurzfilm, entstanden im zweiten Semester an der TH Nürnberg Georg Simon Ohm. Auf Basis einer eigenen Geschichte verbindet der Film handgezeichnete 2D-Animation und 3D-Animation zu einer ruhigen, ostasiatisch inspirierten Bildwelt — und erzählt von Identität, Sehnsucht und den Masken, die wir tragen, um dazuzugehören.

/ 02DIE GESCHICHTE

Der Mann ohne Gesicht

Im Zentrum steht eine Geschichte, die ich selbst geschrieben habe: Ein Mann ohne Gesicht — ohne Augen, Nase, Mund — baut Masken für traditionelle Feste. Wegen seines Aussehens wird er gemieden, bis er eines Tages eine Maske aufsetzt und plötzlich lachen, sprechen, weinen kann. Mit jeder Maske übernimmt er die Persönlichkeit eines anderen Menschen, um endlich Zuneigung zu finden. Doch er erkennt: Egal wie viele Masken er trägt, er wird nie allen gefallen. Erst als er einem Mädchen begegnet, das wie er kein Gesicht hat, versteht er den wahren Sinn seiner Existenz — und muss zum ersten Mal seit langem keine Maske mehr tragen.

/ 03INSPIRATION

Masken zwischen Tradition und Maskerade

Die Inspiration kommt aus den traditionellen Masken Ostasiens — Kabuki, Geisha, der zornige Hannya-Dämon — und aus ihrer doppelten Bedeutung: Schutz und Verkleidung zugleich. In dieser Welt kann eine Figur ein Mensch mit Tierkopf oder ein Tier sein, das fühlt und handelt wie ein Mensch. Genau diese Mehrdeutigkeit macht die Maske zum perfekten Symbol für eine Geschichte über Identität und Schein.

/ 04BILDWELT

Bambus, Laternen, Kirschblüten

Die Bildsprache ist bewusst reduziert und flächig: schwarze Bambussilhouetten, schwebende rote Laternen, Kirschblüten, ein Koiteich. Eine begrenzte, warme Farbpalette und viel Ruhe geben den Masken und der Geschichte Raum zum Atmen — jede Einstellung wie ein Tuschebild in Bewegung.

/ 052D — BILD FÜR BILD

Bild für Bild von Hand animiert

Der Kern des Films ist klassische 2D-Animation — Bild für Bild von Hand gezeichnet. Schwimmende Koi, fallende Blütenblätter und ein ganzes Ensemble von Masken erwachen durch Frame-by-Frame-Arbeit zum Leben. Es ist die geduldigste, handwerklichste Phase des Projekts: dort, wo Linien anfangen zu atmen.

/ 063D — INTEGRATION

Wo 3D auf 2D trifft

Nicht alles ist gezeichnet: Ein Pfau wurde in 3D modelliert und animiert, dann so gerendert, dass er sich nahtlos in die 2D-Welt einfügt. Diese Verbindung aus 3D-Bewegung und flächiger 2D-Ästhetik gibt dem Film Tiefe, ohne seinen ruhigen, illustrativen Charakter zu verlieren.

/ 07MUSIK & TEAM

Ein Film, getragen von vielen Händen

Facade ist ein zutiefst gemeinschaftliches Werk. Die Musik entstand an der Hochschule für Musik Nürnberg, das Sounddesign übernahm Steve Wühr, und das Ganze wurde als Produktion der TH Georg Simon Ohm unter der Begleitung unserer Professor:innen realisiert. Ohne meine Kommiliton:innen, die unzählige Frames mitanimiert haben, und ohne die Musiker:innen, die der Geschichte eine Seele gaben, wäre dieser Film nicht möglich gewesen — ihnen gehört ein großer Teil dieses Ergebnisses.

/ 08DER FILM

Facade — der ganze Vorspann

Hier ist das Ergebnis: der vollständige Title-Design-Film. Aus Geschichte, Zeichnung, 3D, Musik und Sound wird ein zusammenhängender, atmosphärischer Vorspann — ein kleines Stück Kino über das Gesicht, das wir der Welt zeigen.

/ 09CREDITS

Eine Geschichte, viele Talente

Story und Regie von mir, animiert und vertont von einem Team aus Studierenden, Professor:innen und Musiker:innen der TH Georg Simon Ohm und der Hochschule für Musik Nürnberg. Facade ist für mich der Beweis, wie viel entstehen kann, wenn eine persönliche Geschichte auf das Können und die Großzügigkeit eines ganzen Teams trifft.